Interview mit Quirion – Robo Advisory Markt 2020 Im Gespräch mit Martin Daut, Geschäftsführer quirion

Der Robo Advisor quirion sagt von sich, dass er in Deutschland die beste digitale Geldanlage bietet. Uns hat im Rahmen einer großen Interviewserie mit verschiedenen Robo-Advice-Anbietern interessiert, wie quirion das macht und was genau der USP ist. Dazu haben wir mit quirion-CEO Martin Daut gesprochen, der uns zudem erläutert, warum er sich persönlich für quirion engagiert und wie seine Post-Corona-Sicht auf den Markt ist.


Das Interview mit quirion im Überblick:


 

Was genau macht quirion in maximal zwei Sätzen?

quirion ist die digitale Vermögensverwaltung für alle, die einfach, günstig und professionell ihr Geld anlegen und dabei von den Chancen der weltweiten Kapitalmärkte profitieren möchten.

Welche Anlagephilosophie hat quirion?

Kurz gesagt: maximale Diversifikation in Aktien- und Anleihen-ETFs bei minimalen Kosten. Und das Ganze prognosefrei – da niemand die kurz- und mittelfristige Marktentwicklung vorhersagen kann.

Ausführlicher: Die Assetklassen-Allokation unserer Portfolios wird direkt aus den Erkenntnissen der Kapitalmarktforschung abgeleitet. Das Ergebnis sind maximal diversifizierte Portfolios mit einem weltweit maximal diversifizierten Aktienanteil. Das reduziert nachweislich die Schwankungsintensität der Anlage durch den Ausschluss von unsystematischen Risiken. Zudem nutzen wir die Erkenntnis, dass sich auf den globalen Aktien- und Rentenmärkten neben der Marktprämie weitere bestimmbare Risikoprämien erwirtschaften lassen (3-Faktoren-Modell nach Fama/French). Aus diesem Grund beziehen wir diese zusätzlichen Prämien durch die Hervorhebung kleinerer Unternehmen (Small Caps) sowie fundamental niedrig bewerteter Substanzwerte (Value-Aktien) in den Aufbau eines wissenschaftlich fundierten Portfolios ein. Bei den Anleihen erwirtschaften wir zusätzliche Renditeprämien durch Investition in Anleihen mit langer Laufzeit (Laufzeitprämie) und schwacher Bonität (Bonitätsprämie).

An welche Zielgruppen richtet sich quirion mit seinem Produktangebot und wie viele AuM und Kunden haben Sie im jeweiligen Segment?

Ende April hatte quirion knapp 20.000 Kunden für die rund 410 Mio. EUR verwaltet werden. Zur Zielgruppe gehört jeder Sparer und Anleger, der mit niedrigem Aufwand die Chancen der Kapitalmärkte kostengünstig nutzen möchte.


Im Zuge der Corona-Krise haben unsere Autoren noch mit einer Reihe weiterer Robo Advisors über die Beeinflussung der Branche durch die Krise gesprochen:

Zur Interview-Übersicht


 

Was kostet den Privatkunden mit einem Anlagevolumen von 10.000 EUR der Service von quirion und wie konkurrenzfähig sind Sie damit ggü. anderen Robo Advisors sowie klassischen Asset Managern?

Anlagebeträge bis 10.000 EUR sind im Standardmodell gebührenfrei. Da – soweit wir wissen – kein anderer Robo Advisor oder Asset Manager ein vergleichbares Preismodell hat, ist quirion damit der mit Abstand günstigste Anbieter. Den Kostenvorteil und die hohe Portfolioqualität von Robos im Allgemeinen und quirion im Speziellen belegt auch eine neue Studie des Instituts für Vermögensaufbau (IVA), das die Qualität von Robos mit Vermögensverwaltungen klassischer Banken verglichen hat.

Wie sehen Ihre Anlagestrategie und das Risikomanagement aus?

quirion verfolgt einen reinen „Rebalancing“-Ansatz. Mit unserem wissenschaftlich basierten Anlagemodell folgen wir dem Gesamtmarkt und verzichten bewusst auf sogenanntes aktives – genauer prognosegetriebenes – Management. Denn niemand kann die Entwicklung von einzelnen Marktsegmenten oder gar Wertpapieren dauerhaft richtig vorhersagen – das hat die Kapitalmarktforschung in zahlreichen Studien immer wieder belegt. Künstliche Intelligenz kommt bei der Ermittlung der geeigneten Anlagestrategien für den Kunden zum Einsatz. 

In einer Robo-Interviewstrecke fragen wir den Kunden nach Kenntnissen, Zielen und Risikobereitschaft. So finden wir heraus, welches Verhältnis aus Aktien- und Anleihen-ETFs am besten zu ihm passen.

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Anbietern für Robo Advisory, B2B sowie B2C. Wie differenziert sich quirion, d. h., was genau ist Ihr USP?

Wir demokratisieren den Zugang zur Vermögensverwaltung! Mobil und im Web. Die Kombination aus niedrigen Gebühren, geringer Mindestanlage, Sparplänen bereits ab 30 EUR und nachhaltigen Portfolios – gekoppelt mit einer wissenschaftlich fundierten Anlagestrategie und einem Testsieg bei der Stiftung Warentest – ergeben ein sehr gutes Paket.

Welche (Marketing-) Strategie nutzen Sie, um neue Kunden zu gewinnen? Welche Rolle spielen Partnerschaften?

Wir setzen auf fokussiertes, modernes Online- und Performancemarketing sowie unsere Anlagequalität und die daraus resultierenden Testsiege. Unserer Marktforschung hat ergeben, dass wir es so geschafft haben, quirion ungestützt zur Nummer drei bei der Bekanntheit von Anbietern digitaler Geldanlage zu machen. Partnerschaften gehen wir nur über klassisches Affiliate-Marketing ein.

In welchem Geschäftsfeld sehen Sie das größte Wachstumspotenzial? Auf welche Bereiche möchten Sie sich entsprechend in Zukunft fokussieren bzw. um welche Bereiche möchten Sie Ihr Geschäft ggf. erweitern?

Sparpläne, nachhaltige Strategien und spezielle Altersvorsorgeportfolios haben wir bereits im Angebot. Insbesondere bei den Sparplänen sehen wir sehr große Zuwächse. Generell ist aber das Potenzial für Robo Advice noch sehr groß, wenn man sich die Zahlen anschaut, die aktuell noch in teuren klassischen Investmentfonds angelegt sind.

Die Bereiche Kooperationen und ´Software as a Service´ sind mittelfristig ebenfalls sehr spannend, beispielsweise als Partner für betriebliche Altersvorsorge großer moderner Unternehmen, die unsere mobile oder Internetplattform als Angebot im Bereich Geldanlage für ihre vor allem jüngeren Mitarbeiter nutzen.


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Nun zu den Herausforderungen in der Corona-Krise… 

Wie hat sich die Corona-Krise bisher auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Wir haben kontinuierliche Nettomittelzuflüsse.

Es gibt also auch aktuell Anleger, die neu einsteigen oder aufstocken und das Potenzial einer strukturierten ETF-Vermögensverwaltung erkennen – auch wenn unsere Portfolios natürlich ebenfalls von der Corona-Krise betroffen waren. Die Kunden haben hier sehr besonnen reagiert. Vermutlich auch deshalb, weil sie verstanden haben, dass eine digitale Vermögensverwaltung kein Trading-Produkt ist.

Hier liegt auch ein Risiko: Die Crash-Meldungen sind sehr groß, die Erholungsmeldungen dann deutlich kleiner. So leidet die Wertpapierkultur in Deutschland.

Unterm Strich überwiegen aber die Chancen für Robo Advisors: Kunden und Interessenten erkennen, das Robos gut und günstig sind – Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds, die teuer sind und den Markt langfristig doch nicht schlagen.

Eine letzte Frage haben wir noch für Sie…

Was wollten Sie in einem Interview schon immer einmal sagen, wurden es aber nie gefragt?

Ich wollte schon immer einmal gefragt werden, warum ich mich eigentlich genau für mein Unternehmen engagiere.

Meine Antwort darauf: Weil es keinen einzigen Finanzdienstleister in Deutschland gibt, der in der Kombination aus der Nutzung moderner Technologie, anständigen Produkthaltung gegenüber dem Kunden (fair, kostengünstig, unabhängig) und dieser Glaubwürdigkeit (Mutter ist die erste und größte Honorarberaterbank Deutschlands) die Demokratisierung und den Zugang aller Anleger zur Vermögensverwaltung ermöglicht hat. Das Geschäftsmodell hat Kundenbarrieren aufgehoben. Das Wachstum dieses Unternehmens mitgestalten zu können, ist ein toller Antrieb für mich.

Herzlichen Dank für das Interview!

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