Networking powered by Fintech Hub – fünftes Get Together für Banken und Fintechs Digitalisierung im Mittelstand – Was bedeutet das für's Banking?

Ein volles zeb Office, eine spannende Diskussionsrunde und entspanntes Networking

Am 15. Mai 2018 war es endlich wieder soweit: Banken und Fintechs im Austausch auf Augenhöhe. Der Fintech Hub by zeb lud zum fünften Mal zum Get Together für Banken und Fintechs ein – diesmal wieder am Finanzstandort Frankfurt.

Gemäß des Mottos „Digitalisierung im Mittelstand – was bedeutet das fürs Banking?“ stand der intensive Dialog aus hochkarätigen Vertretern der verschiedenen Industrien im Vordergrund:

  • Dr. Jan-Philipp Gillmann – Bereichsvorstand Segment Development & Digitalisation, Commerzbank
  • Kai Böringschulte – Geschäftsführender Gesellschafter, Compeon
  • Hans-Joachim Dörr – Geschäftsführer, TRUMPF Financial Services

 

Datenanalysen und veränderte Digitalstrategien

Rund um passgenaue IT-und Finanzdienstleistungen, Data Analytics und Digitalstrategie wurden vor vollem Hause Meinungen reflektiert und ausgetauscht. Die industriebedingten unterschiedlichen Positionen der geladenen Speaker bildeten dabei den Dreh- und Angelpunkt für die Debatte.

Ein besonderes Augenmerk galt dem Diskurs anhand folgender Thesen von zeb:

  1. Die Verschiebung der Machtverhältnisse im Firmenkundengeschäft zugunsten von Mittelständlern haben viele Banken noch immer nicht mitbekommen
  2. Langfristig werden Banken nur im Markt bestehen können, wenn sie sich zu einer Plattform transformieren
  3. Fintechs haben das Geschäft ihrer Kunden gut verstanden – eine Kooperation mit einer Bank zahlt sich letztlich für alle drei (Mittelstand – Fintech – Bank) aus

Digitale Transformation des Firmenkundengeschäfts

Hans-Joachim Dörr gab zu Beginn Einblicke zur Entwicklung von TRUMPF Financial Services. Das Hochtechnologieunternehmen TRUMPF ermöglicht die Investition in den Mittelstand über flexible Anlagelösungen und setzt auf Hightech-Technologien sowie Kooperationen mit leistungsstarken Industrieunternehmen. Bis 2017 hat das Familienunternehmen nur eigene Produkte finanziert. Jetzt konzentriert sich die TRUMPF Bank auf die Entwicklung zur Vollbank. Verstärkt werden Prozesse digitalisiert und das Finanzierungsangebot auf Maschinen anderer Hersteller, auf Fahrzeuge und auf Immobilien erweitert.

Transformation zur Plattform

Auch die Commerzbank ist sich der Transformation des Firmenkundengeschäfts bewusst und fokussiert sich in ihrer Digitalstrategie auf die Verschlankung von Prozessen und die Entwicklung eines umfassenden Firmenkundenportals.

 

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Die Commerzbank, mit über 60.000 Firmenkunden, setzt auf die Wandlung analoger, aufwändiger Papierprozesse hin zu kundenorientierten Digitallösungen. Bereits möglich ist die Firmenkonto-Eröffnung und Onlinebeantragung von Kontokorrentkrediten im Online-Portal. Generell hat sich die Mittelstandsbank in ihrer Digitalstrategie das Ziel gesetzt, ein übergreifendes Onlineportal für Kunden zu entwickeln. Gemäß der Suche nach einer umfassenden Lösung für neue Kundenansprüche stellt sich im Wettbewerb um Firmenkunden jedoch für die Commerzbank weiter die Herausforderung, möglichst viele Einsichten aus Kundendaten zu gewinnen und das Angebot um neue Lösungen sinnvoll zu ergänzen. Gegenwärtig, so wurde es in der Diskussionsrunde erkennbar, ist die Entwicklung weiterer Data Analytics-Prozesse noch nicht am Ende der Möglichkeiten. Kundendaten werden noch zielgerichteter analysiert und verwertet werden, um schneller auf deren Bedürfnisse reagieren zu können. Letztlich erwarten Kunden flexibel nutzbare, schnelle, individualisierbare Onlinelösungen. Es gilt, an Bankdaten anzuknüpfen und kundenindividuelle Lösungen zu vermitteln. Hier zeigte sich im Diskurs die Bedeutung der alternativen Angebote von Fintechs, die spezifische – bislang in die Plattformkonzepte der Banken und Firmen noch nicht integrierte – Kundenlösungen bieten.

Das Fintech Compeon etwa agiert als Vermittler zwischen mittelständischen Unternehmen, Freiberuflern, Selbständigen, Steuer- sowie Unternehmensberatern zu Finanzinstituten. 2012 gegründet nach der Lean-Startup-Methode, über mehrere Finanzierungsrunden, hat Compeon mittlerweile ein großes Netzwerk an Banken, Factoring- und Leasinggesellschaften aufbauen können. Über das in die Website integrierte Vergleichsportal können Interessenten ihre Gesuche optimal platzieren. Ferner setzt das Fintech für passgenaue Finanzierungslösungen gezielt auf Data Analytics. Unter dem Stichwort künstliche Intelligenz ordnet das Fintech, dank gezielter Datenauswertung, kundenspezifisch den passenden Berater zu. Die Diskussionssrunde bejaht, dass bezüglich solcher neuer, smarter Dienstleistungsangebote die Schnittstelle zu Fintechs geöffnet werden muss.

Aber bedeutet dies Kooperation zu jeden Preis?

Das Podium ist sich einig: Die Schnelligkeit in der den neuen Kundenansprüchen entgegnet werden kann, hat insbesondere bei den klassischen Finanzinstituten noch Nachholbedarf. Aber lässt sich am Potenzial der Fintechs für Mittelstand und Banken nur durch Kooperationen anknüpfen? Das Für und Wider wurde in der dritten und letzten These zu debattiert. Es zeigte sich, dass Dr. Jan-Philipp Gillman (Commerzbank) den Kooperationen mit Fintechs durchaus noch kritisch begegnet. So müsse, seiner Ansicht nach, bei der Verknüpfung von verschiedenen Benutzeroberflächen, Vorsicht gewahrt werden und abgewägt werden, wie sich Softwarebestandteile zielsetzend kombinieren ließen. Nicht jedes Fintech böte über die reine Technologie hinaus weiteren Mehrwert. Das Konzept von Compeon sei hingegen schon aufgrund der intelligenten Datenauswertung vielversprechend. Dies hat TRUMPF ebenso erkannt. So bietet TRUMPF Financial Service mit dem Finance Manager Kunden die digitale Schnittstelle zu Compeon an und baut diese konstant mit weiteren Dienstleistungen aus.

Und wie geht es nach dem Get Together weiter?

Die Argumente der drei Speaker bezüglich Kooperation und Plattformtransformation zeigen, es geht nicht darum, möglichst viele Kooperationen mit Fintechs einzugehen. Vielmehr müsse das richtige Miteinander gefunden werden. Finanzlösungen sollten sinnvoll mit Informationstechnologien und Produkten verzahnt und bezüglich der Passgenauigkeit zur eigenen Transformations- sowie Digitalstrategie ausgewertet werden. Wobei verschiedene Interessen durchaus auch über die Industrien hinweg zu gemeinsamen Dienstleistungsangeboten kombiniert werden sollten.
Dieser Diskurs ist noch lange nicht beendet und wurde in einem ersten Schritt in bilateralen Gesprächen vertieft, als Austausch auf Augenhöhe über verschiedene Industrien und Sektoren hinweg – und darum geht es doch am Ende. Einen herzlichen Dank an alle, die dabei waren – wir freuen uns schon auf das nächste Get Together!

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Laura Pfannemüller

Manager Office Berlin

Christoph Hanschke

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Anna Katerina Tsitsirikos

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