Networking Powered By Fintech Hub – Viertes Get Together für Banken und Fintechs Rückblick auf einen spannenden Abend in Berlin

Back to the roots hätte auch das Motto des vierten Get Togethers für Banken und Fintechs des Fintech Hub by zeb lauten können, denn nach zwei Auswärtsspielen in Frankfurt fand am 05. Dezember das Event wieder in Berlin statt. Am Ziel des Fintech Hubs, Banken, Fintechs und Investoren nicht nur zu vernetzen, halten wir selbstverständlich fest. Daneben ist uns eine inhaltliche Auseinandersetzung mit aktuellen Themen mindestens genauso wichtig, und so gab es auch dieses Mal neben genug Fingerfood, Bier und Glühwein eine Diskussion zum Thema „Ende des Fintech Booms? Ist die Disruption abgesagt?“

Nachdem wir uns bei den vergangenen Events eher auf die digitale Transformation von Banken konzentrierten, wie diese tatsächlich funktionieren kann und letztlich was Banken von Retailern und andersherum lernen können, wollten wir nun wissen, wie es denn nun weitergeht mit dem Fintechmarkt. Aus den Schlagzeilen der letzten Monate konnte man durchaus bereits den Abgesang auf die junge Branche herauslesen, auch wenn die Zahlen noch dagegen sprechen. Zur Diskussion der bewusst provokanten Thesen der Keynote von Horst Kleinlein, Partner und Director bei zeb, konnten wir wieder hochkarätige Diskussionsteilnehmer gewinnen:

Bei der Frage ob sich das Wachstum im Fintechmarkt weiter verringern wird, waren sich alle Beteiligten dahingehend einig, dass zwar die Wachstumsraten nicht mehr die Höhen der Jahre 2012 bis 2015 erreichen werden, allerdings sei dies normalen Marktentwicklungen und nach dem Ende des Anfangshypes einer einsetzenden Reife geschuldet. Dennoch sind alle weiterhin „bullish“ bezüglich der weiteren Entwicklung und wären auch mit einem konstant hohen Funding-Level von aktuell ca. 5 Mrd. EUR äußerst zufrieden.

Daniel Berndt stimmte allerdings bezüglich der zweiten These („Marktfähige, disruptive Innovationen (neue Geschäftsmodelle) sind von Fintechs nicht zu erwarten“) insofern zu, dass viele Bereiche im Markt mittlerweile besetzt seien und somit der Raum für Disruption immer enger werde. Christoph Ortlepp erkennt vor allem andere und höhere Erwartungen, die von Nutzern und Investoren an Fintechs gestellt werden. Dabei sieht nicht nur Earlybird immenses Potential in der Anwendung der Blockchain-Technologie, um beispielsweise Produkte mit „built-in-compliance und built-in-trust“ marktfähig zu entwickeln.

Weniger disruptiv, dennoch immer noch innovativ sei der Ansatz der meisten Fintechs, die Kunden als erstes im Blick zu haben, Technologie als Enabler zu betrachten und nicht in den Vordergrund zu stellen. Darin läge auch der Vorteil der Fintechs, denn von Banken seien auch zukünftig keine Innovationen zu erwarten (Berndt), was unter anderem auch an den bekannten Problemen der Banken bei der Produktentwicklung und dem langwierigen Produktlaunch liege (Ortlepp).

Die dritte These („Die meisten Fintechs zielen nur auf Kooperationen/ lukrativen Exit ab und bauen daher ihr gesamtes Operating Model nur zögerlich auf“) fand etwas abgewandelt Zustimmung bei den Diskussionsteilnehmer. Die Zahl der Exits wird weiterhin hoch bleiben, da Kooperationen sowohl aus Sicht der Banken als auch aus Sicht der Fintechs als unumgänglich angesehen werden. Die Fintechs liefern die Innovationen, die Talente und das Verständnis für Daten, die Banken bringen die Skaleneffekte ein. Um hier die großen Potentiale zu heben, ist es laut Guido Sandler aber nötig, dass sich Banken „weiter öffnen“, denn „Anknüpfungspunkte für Fintechs in der alten Welt“ gebe es zahlreich.

Große Einigkeit herrschte darüber, dass die Rahmenbedingungen für Fintechs deutlich verbesserungswürdig sind. Zum einen müsse die Aggressivität in Deutschland deutlich zunehmen und auch geringere Hit-Rates akzeptiert werden. Zum anderen verfügen insbesondere die USA über erheblich bessere politische Bedingungen. So ist der EU-Binnenmarkt noch sehr weit von einheitlichen Standards und Rechtsprechungen entfernt. Vor allem die Geschwindigkeit der Politik sei in keiner Weise kompatibel mit dem Tempo des Fortschritts der Branche.

Alles in allem war es eine äußerst unterhaltsame, interessante und angeregte Diskussion zum aktuellen Status und zu den Aussichten der Fintechs. Wie üblich wurde im Anschluss das Buffet eröffnet und der Networking-Part wurde bei reichlich Bier und Glühwein genossen.

Wir bedanken uns bei unseren Diskussionsteilnehmern und Gästen sowie allen Helfern und Mit-Organisatoren. Bis zum nächsten Mal!

Laura Pfannemüller

Manager Office Berlin

Christoph Hanschke

Senior Consultant Office Frankfurt

David Meissner

Senior Consultant Office Berlin

Julia Pawlak

Senior Professional Office Berlin

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2 Antworten auf “Networking Powered By Fintech Hub – Viertes Get Together für Banken und Fintechs

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