Individuelle ETF-Portfolios über getquin Interview mit den Gründern Christian Rokitta und Raphael Steil

getquin möchte die Finanzmärkte, die sich für viele Privatinvestierende als Dschungel erweisen, verständlicher und zugänglicher machen. Dafür hat das Unternehmen eine Plattform an den Start gebracht, die sich den Herausforderungen der Kunden – von der Idee zu investieren über die ersten Investments bis hin zum fortlaufenden Management – stellen soll.

Wir haben bei den Gründern Christian Rokitta und Raphael Steil nachgefragt, um mehr über das Angebot, die Funktionen und die Vorteile von getquin für Kunden zu erfahren:


 


Lässt sich getquin als Aggregationsplattform für mehrere Brokerverbindungen sowie als nutzergesteuerter Robo Advisor bezeichnen? Was macht ihr genau?

Mit getquin helfen wir unseren Kunden, ihre Geldanlage und Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen. Viele Menschen, insbesondere die jüngere Generation, wollen sich selbstständig um ihre Investitionen kümmern und sie nicht in die Hände Dritter geben. Wir bieten mit unserer App eine Plattform, die alles mitbringt, um sich erfolgreich und eigenständig um seine Geldanlage zu kümmern.

Das reicht von Hilfestellungen bei der Zusammenstellung eines individuellen ETF-Portfolios über den Kauf bis zur Überwachung des Depots. Wir wollen Menschen unterstützen, bei dem komplexen Thema den Überblick zu behalten, und einer breiten Masse einen einfacheren Zugang zu den Finanzmärkten ermöglichen.

Nach welchen Kriterien stellt euer Algorithmus Kundenportfolios zusammen?

Unsere Anlagephilosophie ist grundsätzlich darauf ausgerichtet, die Kosten und Steuerbelastungen der Geldanlage zu minimieren und diese möglichst breit diversifiziert anzulegen, um so am globalen Marktwachstum zu partizipieren. Unsere Nutzer/-innen werden bei der Erstellung eines Portfolios gebeten, ihre Risikopräferenzen und Sparziele anzugeben. Darauf aufbauend erstellen wir das Portfolio und zeigen die Kosten bei den verschiedenen Brokern auf. Die Entscheidung liegt letztlich natürlich bei den Nutzer/-innen, wir sorgen nur für maximale Transparenz, was die anfallenden Kosten angeht.

Wie entwickelt sich euer Geschäft aktuell (AuM, Anzahl Kunden, Handelsvolumen o. Ä.)?

Wir haben mehr als 20.000 Kunden.

Ihr habt aktuell 13 Themen in der ETF-Suche, darunter die Kategorien „Cannabis“, „E-Sports“ und „Robotik“. An welche Kunden richtet sich euer Angebot?

Unsere Zielgruppe sind vor allem jüngere Menschen im Alter von 20–40 Jahren. Für diese Zielgruppe sind thematische Investments ein großes Thema. Mit unserem Suchtool kann man nach Themen wie den angesprochenen filtern oder auch nach verschiedenen Regionen. Dabei gibt es zusätzlich die Möglichkeit, innerhalb der Kategorie die ETFs z. B. bezüglich des Fondsvolumens, der Kosten oder der Brokerverfügbarkeit zu vergleichen und so die passenden zu finden.

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Was macht eure ETF-Suche anders im Vergleich zu herkömmlichen Anbietern (z. B. Broker, Morningstar, Yahoo Finance …)?

Unser Anspruch ist es, die beste App für Geldanlagen am Markt zu bieten. Vor allem bezüglich der Übersichtlichkeit, Nutzerfreundlichkeit und der gesamten User-Experience haben wir große Stärken, da unsere App nicht nur kostenlos ist, sondern auch frei von jeglicher Werbung.

Auf unserer Plattform werden außerdem mehrere Tools und Funktionen kombiniert, wodurch wir uns von anderen Plattformen abheben. Wir bieten die ETF- und Aktiensuche an, gleichzeitig aber auch eine Menge Content in Form von Blogartikeln, Inspiration sowie Insights – wie die meistgesuchten ETFs und Aktien – und vieles mehr.

Eure Kunden handeln weiterhin über ihre Broker. Wie werden Käufe in eure Lösung integriert (z. B. automatisch)?

Zur Depotverbindung gibt es drei verschiedene Möglichkeiten. Der einfachste Weg ist via Open Banking – also per verschlüsselter Direktverbindung zum Broker. Dabei werden neue Transaktionen automatisch erfasst und im Dashboard berücksichtigt. Das ist bei nahezu allen Großbanken möglich. Bei einigen Neobrokern (z. B. Trade Republic) ist das aktuell leider noch nicht gegeben, da sie derzeit noch keine Schnittstelle bereitstellen. Daher bieten wir zusätzlich einen Import via PDF sowie einen manuellen Import an.

Wie stellt ihr eure Unabhängigkeit gegenüber angebundenen Brokern sicher?

Richtig ist, dass wir uns teilweise über Rückvergütungen der Broker finanzieren, wenn Nutzer/-innen neue Depotkonten eröffnen. Wichtig ist aber: Wir arbeiten ausschließlich mit provisionsfreien Produkten (ETFs), sodass wir immer die gleichen Interessen verfolgen wie unsere Kunden. Auch die Kosten der angebundenen Broker vergleichen wir stets offen und transparent, und die Investitionsentscheidung liegt letztendlich immer beim Kunden. Zusätzlich wäre eine Einschränkung oder Limitierung der Broker nicht in unserem Interesse, denn dies würde auch unsere Zielgruppe einschränken.

Was habt ihr für die Zukunft geplant? Welche Produkte/Services sollen noch hinzukommen?

In der Zukunft werden wir unsere App um Community-Features erweitern und wollen uns zur führenden Inspirations- und Informationsplattform für Geldanlage in Europa entwickeln. Wir möchten mehr Menschen für das Thema Kapitalmarktanlage begeistern und ihnen eine bestmögliche User-Experience beim selbstständigen Investieren bieten.

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Autor Konrad Holtkamp

Konrad Holtkamp

Senior Consultant Office Berlin

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