TSI Kongress 2017 Auf dem Weg zur Kapitalmarktunion: Asset Based Finance – Qualität im Kreditzyklus

Am 28. und 29. September 2017 trafen sich mehr als 650 Vertreter von Banken, Investoren aus dem In- und Ausland, Anwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen, Aufsicht und EZB, Ratingagenturen sowie der Politik in Berlin auf dem diesjährigen TSI Kongress, der unter dem Titel stand „Auf dem Weg zur Kapitalmarktunion: Asset Based Finance – Qualität im Kreditzyklus“. zeb unterstützte die Konferenz dieses Jahr sowohl als Sponsor als auch durch Moderation eines Panels.

Der Kongress startete mit der Eröffnungsrede von Peter Praet, Mitglied des Direktoriums der EZB zum Thema „The effects of QE on the European financial markets“ und bildete den Einstieg für die folgenden 35 Workshops und Panels rund um die Themen im Asset Based Finance.

Dabei wurde beispielsweise im Panel „Chancen und Risiken in den Kreditmärkten – Wo finden sich noch lohnenswerte Investments?“ intensiv die wirtschaftlichen, regulatorischen und geldpolitischen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die Emission sowie das Investment diskutiert. Die Teilnehmer des Panels vermittelten dabei einen interessanten Einblick in ihre Marktwahrnehmung und Überlegungen. Teilnehmer waren u. a. Dr. Günther Bräunig, Mitglied des Vorstands der KfW und Dr. Martin Lück, Managing Director von Blackrock.

Das Panel „Refinanzierung von FinTechs und Verbriefung“ wurde vom Moderator Jan-Peter Hülbert, Executive Director und Head of ABF Corporates der Raiffeisen Bank International, mit einem Zitat vom Finanzinvestor J. Christopher Flowers eröffnet, der davon ausgeht, dass ca. 90 % der FinTechs, die jetzt an den Start gehen, am Ende scheitern werden und gleichzeitig rund 1 % der FinTechs die Welt verändern werden. Diese Auftaktthese wurde genutzt, um mit den Teilnehmern intensiv in die Diskussion zu gehen. Teilnehmer an dieser Diskussion waren dabei Hannes Deusch von Clifford Chance, Oliver Fußwinkel, Referatsleiter SR 3 – FinTech der BaFin, René Griemens, CFO der Kreditech Holding, Dr. Björn Holste von Prime Capital, Susanne Matern von Fitch Ratings und Michael Spitz, CoHead des Blockchain Lab der Commerzbank. Unterschiedliche Refinanzierungsansätze der FinTechs im Sinne P2P- vs. Balance sheet lending wurden dabei ebenso diskutiert wie die regulatorischen Rahmenbedingungen und -entwicklungen für diesen Geschäftszweig.

Am Donnerstagnachmittag wurde dann unter Moderation des zeb-Senior-Managers Dr. Wolf Christoph Gramatke das Thema „RMBS vs. Structured Covered Bond vs. Pfandbrief – Alternativen für die Refinanzierung von Hypothekendarlehen“ intensiv beleuchtet. Dabei stellten die Panelteilnehmer, Robert Froitzheim, Director Treasury – Securitization & Issuance der Deutschen Bank, Karlo Fuchs, Head of Covered Bonds von Scope Ratings, Eberhard Hackel, Senior Director European Structured Finance & Covered Bonds von Fitch Ratings, sowie Kathrin Sterr von der Bundesbank und Bernhard Zahel, Senior Director European Structured Finance & Covered Bonds von Deutsche Asset Management Investment, die unterschiedlichen Motivationen aus Sicht von Emittenten, Investoren, Ratingagenturen und Bankenaufsicht bzgl. der drei Instrumente dar. Sie hoben dabei hervor, dass der Pfandbrief aufgrund seiner stark gesetzlichen Regulierung und der daraus resultierenden Sicherheit für die Investoren mit entsprechend günstigen Spreads für die Emittenten auch in Zukunft das Hauptfinanzierungsmittel am Kapitalmarkt für Hypothekendarlehen bleiben wird. Allerdings böten Structured Covered Bonds und RMBS Möglichkeiten, Darlehen, die nicht den Vorgaben der BelWertV genügen, als Sicherheit für die Refinanzierung nutzbar zu machen. Werden RMBS an Dritte veräußert, gelänge es sogar, aktives Portfoliomanagement zu betreiben und entsprechend regulatorisches Kapital freizusetzen – in Zeiten von volatilen Immobilienmärkten und wachsenden Eigenkapitalanforderungen immer wichtigere Funktionen. Durch das quantitative Easing der EZB wird derzeit die Nachfrage nach allen drei diskutierten Instrumenten stark beeinflusst. Es gilt zu beobachten, ob insbesondere die Märkte für SCB und RMBS nach Einstellung der Ankaufprogramme weiter liquide bleiben und ob die regulatorische Initiative der Europäischen Union STS positive Impulse für den ABS-Markt setzen kann.

Neben diesen drei kurz skizzierten Panels waren die Tage gefüllt mit weiteren spannenden Diskussionen und Einblicken ist die Asset-Backed-Finance-Welt, die eingerahmt wurden durch viele Möglichkeiten zur Diskussion, Vernetzung und Erörterung von Geschäftsideen. Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung, die zeb auch die kommenden Jahre weiter begleiten wird.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit BankingHub immer auf dem Laufenden!

Einfach E-Mail-Adresse eingeben, und Sie erhalten alle 2 Wochen die neuesten Analysen und Berichte unserer Banking-Experten – direkt in Ihr Postfach.