re:publica 2017: Digital convention weitestgehend ohne Banking Love out loud ❤

re:publica. Auf den ersten Blick war auf dem größten deutschen bzw. einem der größten europäischen Treffen der digitalen Community vieles wie in den vergangenen Jahren: Bereits bekannte Speaker wie Sascha Lobo und Gunther Dueck gaben sich die Ehre, es wurden aktuelle Trends vorgestellt und diskutiert.

Das waren wie bereits im Jahr 2016 snapchat und das Thema storytelling. Neu dazu kam ein breites Spektrum an Sessions rund um den Umgang mit Fake News, alles unter dem Motto „Love out loud“. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Session von Claas Weinmann, Reporter bei Bild, der über seine Reise ins irakische Mossul berichtet hatte. Zusammen mit Kollege Paul Ronzheimer hatte er Teile der Berichterstattung über snapchat erstellt, also in jeweils 10 Sekunden langen Videos – mit einer herausragenden Reichweite. Auch wenn snapchat als Plattform gerade mit einigen Problemen zu kämpfen hat, wird uns das Format „10 Sekunden Video“ aus meiner Sicht in Zukunft vermehrt begegnen.

Weniger stark bis quasi gar nicht vertreten war das Thema Banking. Gab es noch im letzten Jahr mehrere Sessions zum Thema Blockchain, war es in diesem Jahr gar keine. Und abgesehen von einer Session von Bernd Wittkamp von der Star Finanz sowie einigen meetups fand auch das Thema Banking auf der re:publica nicht statt. Und das, obwohl sich die Branche doch vor großen Herausforderungen sieht, deren Meisterung sich in einer ganzen Reihe an Sessions auch für Nicht-Banker spannend aufzeigen und diskutieren lassen würde.

Auch wegen der bevorstehenden Bundestagswahlen war dafür die Politik zahlreich und hochkarätig vertreten: Innenminister de Maizière und Arbeitsministerin Nahles sprachen und diskutierten vor jeweils übervollem Saal über Netzpolitik bzw. einem bedingungslosen Grundeinkommen.
Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries sprach unter anderem über die immer deutlicher zu Tage tretende Plattformökonomie, im Wesentlichen beherrscht durch US-Konzerne. Daran sei aus ihrer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt fundamental nichts zu ändern, vielmehr solle die Frage beantwortet werden, wie mit dieser Macht umzugehen ist. Gerade auf einer in die Zukunft blickenden Konferenz wie der re:publica hätte dieser Session etwas mehr Mut gut getan.

Insgesamt habe zumindest ich die Stimmung auf der #rpt17 als anders wahrgenommen als in den Jahren davor. Ein Stück weit war das bedingt durch die kalten Temperaturen, die den Hof seiner Funktion als entspannte Fläche für einen lockeren Gedankenaustausch beraubten. Unabhängig davon scheint sich die Veranstaltung als solches weiter professionalisiert zu haben, was jedoch nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten muss.

Im Vergleich mit anderen Konferenzen ist die re:publica weiterhin etwas Besonderes, herausstechend nicht nur aufgrund der schieren Anzahl der Teilnehmer, sondern auch durch deren unterschiedliche Hintergründe und ihr breites Themenspektrum. Und so hatte auch ich das Privileg, zusammen mit Jörg Farin eine Session hosten zu dürfen: Ebenfalls zum bereits erwähnten en-vogue-Thema „Fake News“ ging es bei uns um den Umgang mit eben jenen sowie Medienkompetenz. Vor ca. 2-3 Jahren hatten wir uns auf der re:publica kennen gelernt, auf eben jenem Hof, bei bestem Wetter. Auf dass der Wettergott uns allen im nächsten Jahr gnädiger gestimmt sein möge!

Laura Pfannemüller

Manager Office Berlin

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