Personal ohne Zukunft – Zukunft ohne Personal?

In den Personalressorts deutscher Banken herrscht vielfach Ratlosigkeit, denn kaum eine andere Branche hat sich aktuell personalwirtschaftlich so intensiv mit den beiden Megatrends Demografie und Digitalisierung zu beschäftigen wie die Kreditwirtschaft. Dabei ist der demografische Wandel bei den Personalspezialisten ein alter Bekannter. Sie befassen sich seit Jahren mit dem Anstieg des Altersdurchschnitts in den Belegschaften, ebenso mit dem stetigen Rückgang an Bewerbungen. Der Fachkräftemangel, mithin das Absinken des Erwerbspersonenpotenzials, ist inzwischen ein wesentlicher Bestandteil ihrer täglichen Arbeit.

Megatrend Digitalisierung

Personalwirtschaftlich steht die Kreditwirtschaft vor größeren Herausforderungen als die meisten anderen Branchen in Deutschland wie z. B. das produzierende Gewerbe oder der Einzelhandel. Die Verweildauer der Beschäftigten in Banken ist überdurchschnittlich hoch, und auch der Altersdurchschnitt der Mitarbeiter liegt schon seit längerem bei über 40 Jahren. Quantität und Qualität der Bewerbungen nehmen nach Erkenntnissen von zeb ebenfalls kontinuierlich ab. Einen Rettungsanker erkennen viele Personaler im Megatrend Digitalisierung, der dem Arbeitskräftebedarf eine erhebliche Produktivitätssteigerung durch die neuen Medien und Technologien entgegensetzen dürfte.

Personalumbau ist absehbar

Dennoch mussten sich die Beschäftigten der Kreditbranche bisher kaum Gedanken um den Fortbestand ihrer Arbeitsverträge machen. Personal ohne Zukunft, das war zumindest im deutschen Bankensektor bisher undenkbar. Inzwischen zeichnet sich jedoch ab, dass der deutsche Bankenmarkt vor einem radikalen Personalumbau steht. Experten diskutieren das Drei-Drittel-Szenario. Danach dürften ein Drittel der Beschäftigten den Job behalten, ein weiteres Drittel wird sich durch Qualifizierungen und Versetzungen an die neue digitale Bankenwelt anpassen müssen, das letzte Drittel schließlich wird beobachten müssen, wie Transaktionsroutinen, manuelle Prozesse und einfache Dienstleistungen zusehends digitalisiert werden, ihr Arbeitsumfeld damit wegfällt.

Revolution der Bankfiliale steht an

zeb erwartet, dass Online- und Mobile Banking, ständig wachsende Speicherkapazitäten und intelligente Prozesse die Bankenwelt in den nächsten fünf bis zehn Jahren noch einmal revolutionieren werden. Zwar dürfte die Bankfiliale nicht dasselbe Schicksal ereilen wie die Tante-Emma-Läden, aber die Filiale von morgen wird völlig anders aussehen und völlig anders funktionieren. Aktuell setzt nicht nur das anhaltende Niedrigzinsniveau deutsche Banken unter Kosten- und Rationalisierungsdruck. Auch das Kundenverhalten macht ein Umdenken erforderlich. Nach zeb-Erkenntnissen betreten gerade noch einmal 15 % derjenigen Menschen, die die Selbstbedienungszone einer Bank nutzen, anschließend den Filialbereich. Die Auswirkungen auf die Anzahl und Qualifizierung der Mitarbeiter deutscher Banken sind gravierend. So dürfte die Bank von morgen deutlich weniger Mitarbeiter beschäftigen.

 

Diese Thesen zur Personalpolitik von Banken sind Thema der vierten zeb-HR-Studie und der Auftaktveranstaltung  am 3. März in Frankfurt. Auf der Veranstaltung „Zukunft ohne Personal – Personal ohne Zukunft“ haben Christiane Wörle von McDonald´s Deutschland über die Generation Y als Bewerber und Mitarbeiter berichtet sowie Prof. Andreas Aulinger von der Steinbeis Hochschule über Führung in Banken im Branchenvergleich und Bernd Pompetzki von Union Investment über den Umsetzungsstand von Regulatorik im Bankenbereich (die Agenda der Veranstaltung finden Sie hier).
Die Erhebung zur HR-Studie beginnt am 17. April 2015. Interessierte Personalmanager können sich an die Koordinatorin und Mitautorin der HR-Studie, Frau Maren Singer, wenden. Alle Teilnehmer erhalten eine umfassende, kostenlose und personalisierte Auswertung der Ergebnisse.

Sprechen Sie uns gerne an!

Maren Singer

Manager Office München
Prof. Dr. Joachim Paul Hasebrook / Autor BankingHub

Prof. Dr. Joachim Paul Hasebrook

Senior Manager Office Münster

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