re:publica 2015: Eindrücke des Klassentreffens der Netzgemeinde Drei Tage unter dem Hashtag #rp15

Am 5. Mai war es wieder soweit, die „Netzgemeinde“ traf sich zu ihrem „Klassentreffen“, der re:publica in Berlin. Bis zum 7. Mai bot das Event unter dem diesjährigen Motto „Finding Europe“ ein breites Spektrum an Sessions zu allen Themen rund um die Digitalisierung, neue Arbeits- und Mobilitätswelten sowie die damit zusammenhängenden gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen und Herausforderungen. Der besondere Fokus lag in diesem Jahr auf Fragestellungen zu Rolle und Positionierung Europas in einer Welt, in der die Hardware aus Asien und die Software aus den USA stammt, und wie bereits im Vorjahr auf dem Thema Datensicherheit/staatliche Überwachung.

Das Programm bot viele verschiedene Gelegenheiten, den eigenen Horizont zu erweitern. Wortwörtlich geschah dies im Vortrag von Alexander Gerst, der von seinen Erfahrungen während seines sechsmonatigen Aufenthaltes im Rahmen der Mission #bluedot auf der ISS berichtete. Diese Session bot durch die eindrucksvolle Beschreibung des Alltags in der ISS und der Schilderung der persönlichen Eindrücke eine gänzliche neue Perspektive – sodass man am Ende eher die Welt als Europa gefunden hatte.

Unterschiede innerhalb dieser wurden während der Session von Reed Hastings, dem CEO von netflix deutlich, der das Publikum über die Entwicklung seines Unternehmens von den Anfängen bis hin zu seiner heutigen Marktposition mit über 60 Mio. Nutzern weltweit teilhaben ließ. Insbesondere wurde dabei die Herangehensweise eines aggressiven Wettbewerbers deutlich, der auch über das Prinzip „hire and fire“ der Mitarbeiterschaft nach Perfektion strebt. Ganz im Zeichen des Mottos der Konferenz wurde hier ein Unterschied zwischen den USA und Europa sehr plastisch deutlich. Nicht zuletzt bietet das Beispiel des TV-Marktes und die Aggressivität des US-Wettbewerbers eine Idee, wie es aussehen kann, wenn in einem Markt ohne unüberwindbare infrastrukturelle Eintrittsbarrieren ein aggressiver Wettbewerber das Feld betritt.

Auffällig war, dass es in diesem Jahr nur wenige Sessions zum Thema Finanzdienstleistung gab und auch nur einzelne Vertreter aus der Branche präsent waren. Eine Ausnahme bildete hier der Stand der GLS-Bank, die mit ihrer Aktion „Mach mehr aus grüner Knete“ die Besucher zur Erstellung diversester Dinge in Knetform animierte, inklusive der Vergabe eines kleinen Preises für das Foto mit den meisten Likes auf Instagram. Das im vergangenen Jahr vielfältige diskutierte Thema Bitcoins war gänzlich außerhalb des Fokus. Ein Erfahrungsbericht zur Alltagstauglichkeit der Mobile Payment Lösung der Telekom endete mit dem Ergebnis, dass insbesondere die Schulung des Kassenpersonals in den Geschäften noch ausbaufähig ist. Man darf gespannt sein, wie sich dies bei den nächsten re:publicas entwickeln wird, wenn z.B. Apple Pay in den europäischen Markt eintritt.

Die Atmosphäre war dabei gewohnt entspannt mit einer ausgeprägten Duz-Kultur und vielen Möglichkeiten zum Netzwerken, auf der re:publica selbst sowie auf den vielen Veranstaltungen im Rahmen der Berlin web week drumherum. Insgesamt blicke ich zurück auf drei spannende, informations- und lehrreiche Tage und freue mich schon auf die #rp16 im nächsten Jahr!

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Laura Pfannemüller

Manager Office Berlin

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