zeb/ value compass 2013 Die Finanzindustrie in der strategischen Falle zwischen Erfüllung kurzfristiger Regulatorik und langfristiger Wertschöpfung

Nach den beiden Finanzkrisen erholt sich nun die Weltwirtschaft und damit auch der Bankensektor allmählich. Dieses positive Bild wird allerdings durch verschärfte aufsichtsrechtliche Anforderungen und eine Niedrigzinsphase getrübt. In diesem Umfeld ringen viele Banken um eine Steigerung ihrer Attraktivität für Investoren. Somit ist hier neben einer überzeugenden TSR-Strategie ein fundiertes Verständnis der Wertschöpfungsdynamik von wesentlicher Bedeutung..
Der vierte zeb/value compass vermittelt auf der Grundlage von empirischen und qualitativen Analysen ein umfassendes Bild der Wertschöpfung im weltweiten Bankensektor. Die wesentlichen Ergebnisse der diesjährigen Ausgabe lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Der Bankensektor holte mit einer TSR-Performance von 22,2 % im Zeitraum 2012 – Q3 2013 kurzfristig stark auf, bleibt aber aufgrund seines langfristig schlechten Risiko-Ertrag-Profils für strategische Investoren unattraktiv.
  • Performance, Wachstum und rechtliche Auflagen stellen nach wie vor die wesentlichen Dimensionen für die Wertschöpfung in der Gruppe der 100 weltweit führenden Banken dar. Das Erklärungsmodell von zeb/, das diese drei Wertdimensionen berücksichtigt, erreicht eine Aussagekraft von 58,3 %, während das auf die Eigenkapitalrendite gestützte Einfaktorenmodell nur ein R2 von 12,2 % liefert. Dieser erhebliche Unterschied belegt, wie wichtig die Einbeziehung weiterer Dimensionen zusätzlich zur Performance ist.
  • Die Banken, die nach der Finanzkrise (2010 – 2012) am besten abschnitten, weisen gewisse Gemeinsamkeiten auf. Die Top-Banken in Europa, Nordamerika und in Wachstumsmärkten verfügen alle über eine ausgeprägte Kompetenz in ihrem Kerngeschäft und erzielen auch eine solide Entwicklung bei den Werttreibern, was bei Banken, die auf reifen Märkten tätig sind, stärker ausgeprägt ist. Des Weiteren ist beachtenswert, dass die drei Banken mit der besten Performance in Europa bzw. Nordamerika ein konservatives Geschäftsmodell mit relativ geringem Risikoprofil verfolgen.
  • Eine Abstimmung des Erklärungsansatzes von zeb/ auf die Geschäftsmodelle der Banken liefert ein genaues Bild der Beschränkungen, denen die Wertschöpfung unterliegt. Bei Universalbanken sind diese für beide Seiten des Geschäftsmodells wichtig, d. h. fürs Investment Banking ebenso wie fürs Commercial Banking (beispielsweise abgebildet durch die Leverage Ratio und den Anteil notleidender Kredite). Kreditwachstum und Risikobereitschaft sind die relevanten Faktoren für regionale Geschäftsbanken. Bei diesem Geschäftsmodell ist das Kreditportfolio eine bedeutende Ertragsquelle. Somit stellt das Kreditwachstum einen guten Ersatzindikator für die Ertragsaussichten dar. Auf internationale Geschäftsbanken wiederum wirken sich aufgrund ihrer Einbindung in die internationalen Kapitalmärkte Veränderungen bei Kreditqualität und Refinanzierungsgrößen stark aus.
  • Da sich die relevanten Werttreiber je nach angewandtem Geschäftsmodel unterscheiden, müssen die Banken bei der Auswahl des relevanten KPI-Sets als Grundlage für Managemententscheidungen ihre strategischen Schwerpunkte und ihre regionale Ausrichtung berücksichtigen.

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Autor Dr. Dirk Holländer

Dr. Dirk Holländer

Senior Partner Office Münster

Volker Abel

Senior Manager Office Frankfurt

Oliver Rosenthal

Head of Research Office Münster

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