BankingInnovationen: Bezahlen mit PayPal am PoS PayPals Angebot des mobilen Bezahlens mit dem Smartphone in ausgewählten Geschäften als erster Schritt in Richtung des Endes der Vorherrschaft von Karten und Bargeld?

Seit Jahren beschworen, hat sich Ende 2013 mit PayPal der erste große Player aus der Deckung gewagt und eine Möglichkeit zum mobilen Bezahlen in einem Feldversuch gestartet. Wenn vorerst auch nur in einigen wenigen Geschäften in Berlin möglich, wird dieser Ansatz in der Branche genau verfolgt; hat sich PayPal in den vergangenen Jahren von einem auf ebay beschränkten Zusatz-Service hin zu einem großen Player im Online Commerce gewandelt, mit mittlerweile ca. 30% Marktanteil.

So überzeugt das Angebot zunächst mit einem einfachen Setup. Es gilt lediglich, ein PayPal-Konto einzurichten (worüber viele affine Nutzer bereits verfügen dürften). Danach ist die App auf dem Smartphone zu installieren und in der App dem Konto ein Foto von sich hinzuzufügen.

Das Bezahlen an sich funktioniert abgesehen von einigen Kinderkrankheiten problemlos. Über die App meldet man sich im Geschäft an und willigt gleichzeitig in die Bezahlung ein. Man bestellt, der Verkäufer identifiziert die bestellende Person anhand des Fotos, das auf dem Kassensystem erscheint. Anschließend nennt er den zu zahlenden Betrag. Diesen bestätigt der Kunde wiederum mündlich und erhält kurz darauf je nach Einstellung des PayPal-Kontos eine E-Mail bzw. Push-Nachricht auf dem Handy.

Abbildung 1: Auswahl des Geschäfts und Zahlungseinwilligung

Perspektive etablierter Player

Wie gefährlich ist dieser neue Ansatz aus Sicht der etablierten Banken? Hat das Verfahren das Potenzial, bestehendes Offline-Zahlungsverhalten ähnlich disruptiv zu verändern wie das Online-Zahlungsverhalten?
So sind es zunächst Hürden technischer Natur, die die Skalierbarkeit des Verfahrens zumindest behindern: Zu klären ist, wie sich das System in geschlossenen Gebäuden mit schlechtem Handyempfang verhält und ob es dem Verkäufer möglich und zumutbar ist, auch bei mehreren angemeldeten Kunden den jeweils Richtigen zu identifizieren. Ebenso bleibt die Frage, wie es sich im Streitfall verhält, da der Kunde in die Zahlung des konkreten Betrags nicht schriftlich einwilligt. Jeder dieser offenen Punkte lässt sich sicherlich beantworten und lösen, und der Feldversuch und damit das Verlassen des reinen Konzeptionsstadiums wird dazu wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse liefern.

Denn ein Kundennutzen ist erkennbar: Die Möglichkeit des Bezahlens mit dem Handy und damit mit einem Gegenstand, den man meist dabei hat, hat einen gewissen Charme. Zumal die PayPal-App sowohl im Bezug auf Optik als auch Übersichtlichkeit einen subjektiv positiven Eindruck macht. Größter nicht zu verachtender Vorteil ist jedoch die Tatsache, dass viele Menschen bereits über ein Paypal-Konto verfügen und so die „Hürde“ des Ausprobierens dieser Bezahlmethode vergleichsweise gering sein dürfte. Auch für Händler dürfte das Angebot dieses Zahlungsweges attraktiv sein, haben sie auf diese Weise einen einfacheren und genaueren Überblick über die Gewohnheiten der Kundschaft. So ist es möglich, Stammkunden einfacher mit dem Namen anzusprechen und passgenauere Angebote zu unterbreiten.

Etablierte Anbieter von Zahlungsdienstleistungen sollten diesen sowie weitere Schritte des US-Riesen im Markt für Mobile Payment weiter intensiv beobachten, wollen sie mittelfristig nicht in die Rolle eines reinen Abwicklers für Zahlungen hineingedrängt werden. Die Nähe zum Endkunden und die Attraktivität eines Angebots für ihn wird dabei entscheidend sein. Denn es ist genau diese Schnittstelle, an der PayPal sowie weitere Anbieter von Zahlungsdiensten ansetzen.

 

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Laura Pfannemüller

Manager Office Berlin

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