Mein re:publica Moment 2016 und warum ich auch 2017 wieder dabeisein werde Impressionen von Deutschlands größter Netzkonferenz

Am 02. Mai war es wieder soweit, die 3 Tage der ohnehin feiertagsbedingt kurzen Woche versprachen Großes – es war re:publica. Mit 8.000 Teilnehmern noch einmal deutlich größer als beim letzten mal versprach das „Klassentreffen“ der Netzgemeinde nicht nur noch bunter zu werden – bei gut der Hälfte der Teilnehmer handelte es sich um Ersttäter, sodass um im Bild zu bleiben, das Klassentreffen um eine Einschulung zu erweitern ist.

So war die diesjährige re:publica weniger politisch geprägt als in den vergangenen Jahren, die Hinzuschaltung von Edward Snowden aus Russland fand nicht einmal auf der main stage, sondern auf einer kleineren Bühne statt. Diese war zwar hoffnungslos überfüllt – ein Zustand, der jedoch auf viele Sessions zutraf. Auch Andrea Nahles und Europas wichtigster Politiker für Digitales, Günther Oettinger, fanden auf kleineren, dafür übervollen stages statt. Einer der inhaltlichen Schwerpunkte lag auf snapchat, einer bisher bevorzugt von Teenagern und Journalisten jenseits der 30 genutzten App. Das rege Interesse deutet jedoch darauf hin, dass snapchat drauf und dran ist, auch in Milieus außerhalb dieser Nutzergruppen vorzustoßen.
Abseits der Sessions bot das Event mit entspannter Hof-Atmosphäre, viel Raum zum Netzwerken und vielen Dingen zum Ausprobieren einiges – von 3D-Druck über zugegebenermaßen noch etwas pixeliges aber bereits sehr imposantes 3D-Fernsehen bis zu dreidimensionalem Videospielen.

Neben dem vielen Licht wirklich guter Sessions, abwechslungsreicher speaker und inhaltlich spannender Themen auch abseits des eigenen Spektrums gab es auch ihn – den Schatten der ohne Herzblut vorgetragenen (Firmen-)Präsentationen/Werbeblöcke. Im ersten fand ich mich unverhoffterweise wieder, in einer ansonsten abwechslungsreichen Session zum Thema Gesundheitsapps. Der Vertreter von Roche fasste sich jedoch kurz und hatte einige für mich erhellende Zahlen zum Thema Diabetes mitgebracht. Das ging also nochmal gut. Doch dann erwischte es mich: ohne die Beschreibung gelesen zu haben, fand ich mich bei der Session des Innovation Labs von HRS ein. Auf übervollen Powerpoint-Folien wurde zunächst HRS sehr lange vorstellt, dann noch länger das Innovation Lab und seine Unterschiede zu anderen Labs (die sich mir nicht erschlossen haben). Als verkündet wurde, dass man keinerlei Prototyp oder andere Entwicklungen aus dem Lab zeigen konnte, musste ich die Session leider verlassen, habe aber für meine eigenen Vorträge eine ganze Menge gelernt.

Und dann kam er an Tag 2, in einer (übervollen) Session zum Thema blockchain: Mein re:publica Moment 2016. Es ging um die Frage, wie die weitere Entwicklung des Netzes durch die dezentrale blockchain-Technologie beeinflusst wird. Diese wurde der weit verbreiteten Erwartung hin zu einer Plattform-Ökonomie gegenübergestellt, die durch das Bestreben hin zu einem walled garden, ein durch einen Anbieten kontrolliertes Ökosystem gekennzeichnet ist. Ein dezentrales, durch einen Einzelnen nicht kontrollierbares System wie das der blockchain steht diesem erst einmal entgegen. Zumindest ich hatte darüber so noch nie nachgedacht, finde diesen Gedanken aber sehr erhellend und werde wohl noch etwas darüber nachdenken. Und deshalb werde ich auch nächstes Jahr wieder dabeisein, bei 3 tollen Tagen zum über-den-Tellerrand-kucken, zum Menschen-kennenlernen, zum Ideen-austauschen,… Danke #rpTEN!

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Laura Pfannemüller

Manager Office Berlin

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