31 Stunden Coding und 29 Innovationen für das Banking der Zukunft zeb als einer der Hauptsponsoren des Hackathon der Sparkassen-Finanzgruppe

Drei Tage symbioticon im Schnelldurchlauf

Der Kontrast hätte kaum größer sein können: Während sich im ersten Stock der Halle 11 auf der Frankfurter Messe Menschen in dunklen Anzügen zum FI-Forum 2016 versammelten, wurden im Erdgeschoss die Kühlschränke mit Red Bull gefüllt und junge Menschen in T-Shirts und Hoodies scharrten sich um einfache Holztische, um innovative Ideen für das Banking der Zukunft zu entwickeln.

Konzentrierte Teamarbeit

Drei Tage dauerte der von zeb als Sponsor und Experience Partner unterstützte erste Hackathon der Sparkassen-Finanzgruppe von der Begrüßung bis zur Juryentscheidung. 140 Entwickler, Designer und Bankmitarbeiter arbeiteten dabei bis zu 31 Stunden ohne Unterbrechung, um ihre Ideen am Ende einer hochkarätigen Jury zu präsentieren, die ein Preisgeld von 22.500 Euro zu vergeben hatte.

Aufgabe der Teams war es, in der vorgegebenen Zeit eine (Banking-)Idee mit echtem Kundenmehrwert zu kreieren. Dabei war den Ideen keine Grenzen gesetzt: Von klassischen Desktop-Anwendungen über Smartphone-Apps bis hin zu Apps für Wearables war alles erlaubt. Einen roten Faden setzten lediglich fünf Challenges (Joy of Use, Flexibility, Efficiency, Mobility und Security), von denen mindestens eine zu adressieren war. Zusätzlich konnten die Teilnehmer die neue und bei der symbioticon erstmals vorgestellte Multibanking-API der Sparkassen-Finanzgruppe „AHOI“ sowie vier weitere APIs von Google, IBM, Red Hat und YES nutzen, um ihre Ideen zu verwirklichen. Neben der Unterstützung der API-Partner hatten die Teams die Möglichkeit, sich von einem zeb-Coaching-Team in bankfachlichen Fragestellungen unterstützen zu lassen.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: 29 Ideen wurden gleich nach Ablauf der vorgegebenen Entwicklungszeit von der Jury auf Herz und Nieren geprüft – dabei musste der Jury die fertige App live am Bildschirm vorgeführt werden – eine Erläuterung in PowerPoint war nicht erlaubt. Auch wenn man einige der Ideen wie z.B. Voice Banking mit Hilfe von Amazons „Alexa“  bereits in ähnlicher Form auf anderen Hackathons beobachten konnte, war ein Mehrwert durch den jeweils berücksichtigten Sparkassenbezug  klar erkennbar.

Gewonnen hat das Team „FinTracer“ mit der Lösung „Fincentivize“, das die Jury mit einem eigenen Marktplatz im Online-Banking überzeugte. Er erlaubt Sparkassen vor Ort, auf Basis der Analyse von Transaktionsdaten Mehrwertdienste wie die Erinnerung an die Kündigung eines Stromvertrags anzubieten. Auf Platz 2 folgte die Lösung  „Knax“ des gleichnamigen Teams, die das bekannte Sparkassen-Angebot für Kinder und Jugendliche in die Zukunft führen möchte. Platz 3 ging an die Lösung „EDU“ des Teams „Intrabase“, die Sparkassen-Kunden auf Basis selbst eingegebener Interessen und ihrer Social-Media-Profile Weiterbildungsvorschläge und das passende Finanzierungsangebot anbieten. Den Sonderpreis für die beste Nutzung der neuen Multibanking-API AHOI der Sparkassen-Finanzgruppe gewann das Team „DreamGreen“ mit einer Spar-App, die es mit Hilfe von Gamification ermöglicht, auf spielerische Weise Sparziele zu erreichen.

symbioticon als erster Hackathon der Sparkassen-Finanzgruppe und Auftakt für neuen S-Hub wird zum großen Erfolg

Die symbioticon war nicht nur ein gelungener Hackathon, sondern gleichzeitig Startpunkt für den in der Sparkassen-Finanzgruppe neu gegründeten „S-Hub“, der gerade in der Star Finanz (ein Tochterunternehmen der Finanz Informatik) etabliert wird. Der S-Hub ist eine flexible Einheit mit dem Ziel, gemeinsam mit FinTechs relevante digitale Innovationen für die Sparkassen-Finanzgruppe zu identifizieren, zu verproben und in Prototypen umzusetzen – damit ist er ein wichtiges strategisches Element der Sparkassen-Finanzgruppe, sich in Richtung FinTechs zu öffnen und Kooperationen anzustoßen, was eine Neuheit in der bis dato eher als konservativ bekannten Gruppe ist.

Insofern war die Durchführung von symbioticon am Rande des FI Forums ein cleverer Schachzug – nicht nur konnten Kontakte zu FinTechs, Entwicklern und Designern geknüpft werden, sondern in Verbindung mit symbioticon auch der S-Hub den Entscheidungsträgern in der SFG näher gebracht werden. Wie gut das funktionierte, zeigte sich an den zahlreichen Besuchern des FI-Forums, die sich über die symbioticon führen ließen und auch an der Größe des Publikums bei der Preisverleihung auf dem FI-Forum.

Innovation – quo vadis?

Doch wie geht es nun weiter? Fakt ist: Banken und Sparkassen müssen sich verändern, um in einer digitalisierten Welt den neuen Kundenerwartungen gerecht zu werden. Dazu gehören neben technologischen Veränderungen vor allem auch eine veränderte Denkweise und eine grundsätzliche Offenheit gegenüber Impulsen von außen sowie die Bereitschaft, von FinTechs zu lernen. Die symbioticon hat in diesem Zusammenhang einen wesentlichen Beitrag zum Abbau von Berührungsängsten zwischen FinTechs auf der einen Seite und der Sparkassenwelt auf der anderen Seite geleistet.

Die Erfahrung hat zudem gezeigt, dass viele FinTechs an einer Kooperation mit Banken und Sparkassen interessiert sind und Banken bzw. Sparkassen von den Ideen und der Denkweise von FinTechs profitieren können. Diese Erkenntnis ist mittlerweile in weiten Teilen des deutschen Finanzsektors angekommen, wie sich u.a. im Aufbau der Digital Factory der Deutschen Bank, der Start-up Garage der comdirect oder dem neu eröffneten TechQuartier in Frankfurt zeigt. Mit der symbioticon und dem Aufbau des S-Hub als Schnittstelle und Drehscheibe für FinTechs und Sparkassen wurde nun auch in der Sparkassen-Finanzgruppe ein ganz wesentlicher Schritt für den Aufbruch in die richtige Richtung getan und die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit mit FinTechs und Kreativen geschaffen. Mit Blick auf die Innovationskraft im deutschen Finanzsektor ist dem S-Hub und der gesamten Gruppe dabei nur weiter viel Erfolg zu wünschen!

Dr. Christian Domikowsky

Senior Consultant Office Münster

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