Eventbericht: AmCham Germany Forum „Bank der Zukunft – Wie Digital Natives und Regulierung die Finanzbranche verändern“ Stefan Krause, CFO der Deutsche Bank AG, über die zentralen Themen im Banking

Die American Chamber of Commerce hatte am 11. März in die Räumlichkeiten der Deutschen Bank in der Friedrichstraße geladen, in die „Filiale der Zukunft“ Q110. In kleiner Runde teilte Stefan Krause, CFO der Deutschen Bank, seine An- und Einsichten rund um ebenjene Zukunft mit Fokus auf die Themen Digitalisierung und Regulierung, gefolgt von der Möglichkeit, Fragen zu stellen.

In seinem Vortrag ging Stefan Krause zunächst auf die Digitalisierung ein, der er eine nachhaltigere Veränderungskraft zumisst als der Finanzkrise. Er betonte dabei jedoch die Chancen dieser Entwicklung, die es zu nutzen gilt. Für das bestehende Geschäftsmodell sieht Stefan Krause ein Zusammenwachsen der on- und offline-Welt in einem über längere Zeit anhaltenden Parallelbetrieb. So wird die Filiale langfristig für das alltägliche Banking weniger relevant, die Kundenbeziehung jedoch von steigender Wichtigkeit sein, die es zu halten und zu intensivieren gilt.
Produktseitig betrachtet ist für die Deutsche Bank das Thema Identitätsmanagement im Fokus. So möchte sie das der Branche allgemein entgegengebrachte Vertrauen in Sachen Datensicherheit dahingehend nutzen, sich über ein digitales Identitäts- und Unterlagenmanagement im Sinne eines digitalen Kundensafes zu positionieren. Man darf gespannt sein, wie die Deutsche Bank eine derartige Innovation ausgestaltet und an den Markt bringt. Hat es doch das Potenzial zum ersten „echt digitalen“ Produkt eines etablierten Players.

Im Anschluss folgte ein kurzer Überflug des Themas Regulatorik, in dem Stefan Krause die bisherigen Anstrengungen hinsichtlich des Aufbaus von Überwachungs- und Governanceprozessen sowie Investitionen in die dazu notwendige Infrastruktur anhand einer Metapher aus dem Fußballbereich umschrieb: Zum jetzigen Zeitpunkt sollte man ein Team mit acht Feldspielern und drei Torhütern sich einspielen lassen, bevor man über einen vierten Torhüter nachdenkt.

Wie reagiert man als Gesamthaus in dieser Situation mit gleich zwei Herausforderungen, die schon einzeln betrachtet enorm sind? Eine neue Strategie ist nötig. Auch bei einem so großen Haus sind laut dem CFO die Probleme auf dem Weg dorthin nicht andere als in vielen anderen Unternehmen. Meist kommt die Problemidentifikation zu kurz und man wendet sich allzu schnell der Lösungsfindung zu. Ist das Problem jedoch klar umschrieben und geht es an das Finden einer Lösung, unterstrich Stefan Krause die Notwendigkeit einer aktiven Strategieentwicklung durch das Management, stellt diese nicht zuletzt dessen ureigenste Aufgabe dar. Dazu ist das Leben eben jener Entscheidungen durch die Mannschaft der entscheidende Punkt einer erfolgreichen Strategieumsetzung, deren Erfolgswahrscheinlichkeit bei einer Lösung von außen deutlich geringer ist.

Abgeschlossen wurde der Abend mit einem Frageteil, in dem die Bedrohung durch FinTechs großen Raum einnahm. Des Öfteren wurde nach dem Bedrohungspotenzial in diesem oder jenem Bereich gefragt: Stefan Krause erwartet die ersten spürbaren Verschiebungen im Bereich Zahlungsverkehr, betonte aber gleichzeitig, kein „UBER des Banking“ heraufziehen zu sehen. Insgesamt ist Stefan Krause gelassen, was die Bedrohungslage durch FinTechs betrifft. Es bleibt dennoch viel zu tun, sowohl im Online-Bereich, was das optimale Anbieten digitaler Produkte angeht als auch im Offline-Bereich, angefangen bei der Gestaltung der Filialen. Die bereits angesprochene Intensivierung der Kundenbeziehung soll neben Unterstützung durch neue Produkte durch den persönlichen Kontakt auf Events forciert werden. Aufhorchen ließ die Ankündigung zum Ende, seine Kunden anhand der vorhandenen Daten besser kennenlernen und ansprechen zu wollen. In Summe eine gelungene Veranstaltung, in der der CFO des größten deutschen Bankhauses an seinen An- und Einsichten zu einigen Aspekten des Heute und Morgen im Banking teilhaben ließ.

(für das Bild herzlichen Dank an die American Chamber of Commerce)

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Laura Pfannemüller

Manager Office Berlin

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