Viele Bärte, wenige Krawatten – mit dem Bankenverband auf der CeBIT Eine Veranstaltung im Pitch-Modus

„Die Kunden werden von allen Seiten verwöhnt, und erwarten das jetzt auch von ihrer Bank“ mit diesem Eingangsstatement eröffnete Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands deutscher Banken, am 17. März die erstmalige Präsenz des Bankenverbands auf der CeBIT in Hannover. In kleiner, aber durchaus hochkarätiger Runde kamen Banken, Berater und Fintechs zu Wort, um sich über bereits geschehene und anstehende Veränderungen auszutauschen.

In kurzen Slots von 10 – 20 Minuten ging es in kurzweilig durch den Vormittag, den Anfang machte eine Diskussion mit Andreas Krautscheid und Chris Bartz, Venture Partner bei Finleap, in dem beide noch einmal die Notwendigkeit von Veränderung auf Seiten bisheriger Player betonten, um weiter mit im Spiel zu sein. Im Anschluss gab Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, eine Einschätzung zur Digitalisierung aus seiner Sicht. Zahlreiche Initiativen auf Bundes- und Länderebene tragen dazu bei, die Finanzierung von StartUps zu verbessern – im Vergleich zu London bestehen nach Einschätzung von Spahn keine Nachteile bei VC. Spahn forderte zudem, dass der Regulierer Augenmaß walten lassen müsse, z.B. bei der Verhinderung von Medienbrüchen, also beispielsweise der Frage, inwieweit eine physische Unterschrift in einem ansonsten digitalen Prozess wirklich nötig ist.

Im weiteren Verlauf gab Željko Kaurin, COO der ING Diba, Einblick in die Bestrebungen der Bank, wie die Funktionalitäten der Bankfiliale in der Tasche des Kunden aka. Smartphone weiter ausgebaut werden sollen. Mathias Gans, Senior Manager bei zeb stellte den Pulse Check vor, eine Umfrage unter Bankmanagern zu ihrer Einschätzung der Schmerzpunkte der digitalen Transformation – mit dem überraschenden Ergebnis, dass das Thema IT nur von einer Minderheit als wesentliches Handlungsfeld angesehen wurde. Wie man eine bestehende Bank mit bestehender Infrastruktur fit macht für die digitale Welt verdeutlichte Heino Grawenhoff, Director bei der Deutschen Bank zusammen mit Dr. André Ehlerding, Partner und Director bei zeb, bei der Vorstellung des gemeinsam durchgeführten Projekts, bei dem > 150 Prozesse End-to-End weit möglichst digitalisiert wurden. Thomas Dapp schilderte seine Sicht aus Perspektive von DB Research und die Wirecard Bank stellte sich und ihr Geschäftsmodell vor. Den Abschluss bildete Dr. Wißmann von paydirekt – neben einer Präsentation des technischen Aufsatzes des Dienstes konnte er zu den nächsten Schritten jedoch lediglich verkünden, dass mehr Händler und mehr Nutzer geplant seien. Auf die weitere Entwicklung dieses an Kapitalausstattung zunächst nicht armen Unterfangens darf man weiterhin gespannt sein, genauso wie auf die Beantwortung der Frage, wer die von Herrn Krautscheid Eingangs angesprochenen veränderten Kundenerwartungen letzten Endes besser erfüllt – Fintechs oder Banken, oder doch beide gemeinsam.

Insgesamt blicken wir zurück auf eine kurzweilige und interessante Veranstaltung, die durch die Unterschiedlichkeit des Teilnehmerfeldes ein umfassendes Abbild der für den Markt relevanten Player widerspiegelte und freuen uns schon auf eine Wiederholung dieses gelungenen Debuts!

 

Einen herzlichen Dank an den Bankenverband für das Titelbild

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Autor Dr. André Ehlerding

Dr. André Ehlerding

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Autor Mathias Gans

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Laura Pfannemüller

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